Zwei Senior-Stellen offen, der Meilenstein bleibt: So entscheiden Schweizer Scale-ups

Zwei Senior-Engineering-Rollen sind unbesetzt, während ein zugesagter Produktmeilenstein näher rückt. Die Geschäftsleitung will den Termin halten, der CTO braucht verlässliche Umsetzungskapazität und der CFO muss zusätzliche Ausgaben gegen das Risiko einer Verzögerung abwägen. Eine Lösung für den IT-Fachkräftemangel in der Schweiz besteht in dieser Situation nicht darin, möglichst schnell zwei Stellen irgendwie zu ersetzen.
Entscheidend ist, welche Arbeiten bis zum Meilenstein Senior-Erfahrung erfordern, wer die technische Verantwortung trägt und was sich notfalls aus dem Umfang nehmen lässt. Weiterrekrutieren bleibt sinnvoll; allein darauf zu setzen ist jedoch riskant, wenn die Lieferfähigkeit von einem ungewissen Besetzungstermin abhängt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die drei Optionen prüfen und eine zeitlich begrenzte Entscheidung treffen.
Welche Entscheidung muss vor dem nächsten Meilenstein fallen?
Beginnen Sie nicht mit der Frage nach zwei zusätzlichen Personen, sondern mit dem zugesagten Ergebnis. Lassen Sie Produktverantwortliche und Tech-Lead gemeinsam festhalten, welche Funktionen und Qualitätsanforderungen für den Meilenstein unverzichtbar sind. Trennen Sie Arbeiten auf dem kritischen Pfad von Verbesserungen, die später folgen können.
- Lieferumfang: Welche Bestandteile wurden verbindlich zugesagt, und wer kann eine Änderung freigeben?
- Senior-Engpass: Geht es um Architekturentscheidungen, anspruchsvolle Implementierung, Reviews oder die Koordination mehrerer Teams?
- Interne Kapazität: Wer kann externe Engineers einarbeiten, Entscheidungen treffen und Arbeitsergebnisse abnehmen?
- Zeitgrenze: Bis wann muss zusätzliche Kapazität produktiv mitarbeiten, damit sie für diesen Meilenstein noch hilft?
Fehlt vor allem eine klare Priorisierung des Produktumfangs, lösen zusätzliche Engineers das Problem nicht allein. In diesem Fall kann Interim Produktmanagement helfen, Lieferumfang und Entscheidungswege zu klären; die Engineering-Entscheidung folgt daraus.
IT-Fachkräftemangel in der Schweiz: Welche Lösung passt zum Engpass?
Offene Senior-Rollen können länger unbesetzt bleiben, weil das gesuchte Profil mehrere Anforderungen zugleich erfüllen muss: Erfahrung mit dem bestehenden Stack, selbstständige Arbeit an produktiven Systemen und Zusammenarbeit mit dem vorhandenen Team. Hinzu kommen Interview-, Entscheidungs- und mögliche Kündigungsfristen. Wie lange die Besetzung tatsächlich dauert, lässt sich für Ihr Unternehmen nur anhand der eigenen Rekrutierungspipeline beurteilen.
Die Kosten einer offenen Stelle sind deshalb nicht bloss die fehlende Arbeitszeit. Bestehende Senior Engineers übernehmen zusätzliche Reviews und Entscheidungen, geplante Arbeiten konkurrieren um dieselbe Kapazität, und Abhängigkeiten können den kritischen Pfad verlängern. Auch eine vorschnell eingekaufte externe Kapazität hat Kosten: Einarbeitung, Koordination und mögliche Nacharbeit. Prüfen Sie bei Architektur- oder Skalierungsfragen zuerst, ob ein Kapazitätsengpass oder ein ungeklärter technischer Entscheid vorliegt; zur zweiten Frage passt auch der Beitrag über IT-Architektur und Tech Due Diligence.
Weiterrekrutieren, externe Engineers einsetzen oder Umfang verschieben?
Die Optionen schliessen sich nicht gegenseitig aus. Behalten Sie die Rekrutierung für den dauerhaften Bedarf bei, aber machen Sie den nächsten Meilenstein nicht von einer noch nicht bestätigten Besetzung abhängig. Treffen Sie die kurzfristige Entscheidung anhand des Engpasses:

- Weiterrekrutieren: Tragfähig, wenn das bestehende Team den kritischen Pfad bis zum Meilenstein abdecken kann. Definieren Sie trotzdem einen Termin, an dem Sie die Annahme anhand des Rekrutierungsstands neu prüfen.
- Externe Senior Engineers: Sinnvoll, wenn priorisierte Arbeitspakete abgrenzbar sind, intern technische Verantwortung vorhanden ist und Einarbeitung noch rechtzeitig möglich ist. Für miteinander verzahnte Aufgaben kann statt einzelner Engineers ein dediziertes Squad geeigneter sein. Die Senior Software Engineers und dedizierten Squads von Remoteplatz sind eine B2B-Leistung auf Zeit, keine Besetzung der offenen Feststellen.
- Umfang verschieben: Erforderlich, wenn weder interne noch externe Kapazität den zugesagten Umfang verantwortbar liefert. Benennen Sie konkret, was entfällt oder später kommt, und lassen Sie die Änderung durch die zuständigen Produkt- und Geschäftsverantwortlichen freigeben.
Als Annahme dient ein Schweizer B2B-SaaS-Scale-up mit zwei offenen Senior-Rollen und einem zugesagten Produktmeilenstein. Liegen die fehlenden Arbeiten klar auf dem kritischen Pfad, kann es die Rekrutierung fortsetzen und zugleich befristet externe Unterstützung für definierte Arbeitspakete prüfen. Fehlt dagegen eine Person für Produktentscheide oder ein belastbar begrenzbarer Umfang, sollte es zuerst den Meilenstein neu zuschneiden. Das ist ein Entscheidungsbeispiel, kein Kundenfall oder behauptetes Ergebnis.
Wie vergleichen Sie Kosten, Anbieter und Betriebsrisiko?
Vergleichen Sie nicht nur einen angefragten Stundensatz mit dem Budget einer unbesetzten Stelle. Für die Kaufentscheidung zählen der tatsächlich benötigte Umfang, die voraussichtliche Einsatzdauer, die Einarbeitung und die interne Zeit für Steuerung und Abnahme. Stellen Sie dem die Folgen einer Termin- oder Umfangsänderung gegenüber, ohne unbelegte Einsparungen anzunehmen. Konkrete Konditionen müssen aus einem Angebot hervorgehen; einen allgemeinen Schweizer B2B-Stundensatz für Softwareentwickler:innen als Entscheidungsgrundlage gibt es hier nicht. Die verfügbaren Engagement-Modelle und Kostenfaktoren helfen bei der Vorbereitung des Scopings.
Fragen Sie Anbieter, wie Seniorität und Produktionserfahrung geprüft werden, wer bei fehlendem Fit reagiert und ob Sie einzelne Engineers oder ein Squad mit Tech Lead erhalten. Klären Sie Überlappung mit Ihren Arbeitszeiten, Zugriff auf Systeme, Review-Praxis und die Zuständigkeit für technische Entscheide. Remoteplatz nennt für seine Senior Engineers mindestens sieben Jahre nachweisbare Produktionserfahrung, einen technischen Auswahlprozess und Arbeitszeiten mit Überlappung zur MEZ. Öffentlich genannte Unternehmen, bei denen Senior Engineers aus dem Netzwerk mitgearbeitet haben, finden Sie unter Referenzen; daraus lässt sich kein Ergebnis für Ihr Projekt ableiten.
Vereinbaren Sie vor dem Zugriff auf Code, Daten und Systeme die nötigen vertraglichen und organisatorischen Regeln. Remoteplatz arbeitet direkt B2B mit monatlicher Rechnung; Rechte an Arbeitsergebnissen werden vertraglich dem Kundenunternehmen zugeordnet. Währung und Mehrwertsteuer werden im Angebot geklärt. Prüfen Sie insbesondere die konkrete Vertragsgestaltung, Zugriffsrechte und Datenschutzanforderungen für Ihren Einsatzfall fachlich.
Hinweis: Angaben zu Vertragsrechten, Datenschutz, Mehrwertsteuer und der B2B-Abrechnung sind allgemein; die Prüfung Ihres konkreten Einsatzes ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wie setzen Sie den Entscheid um, ohne Verantwortung abzugeben?
Bestimmen Sie intern eine Person, die Prioritäten setzt und Arbeitsergebnisse abnimmt, sowie eine technische Ansprechperson für Architektur, Zugänge und Reviews. Externe Seniorität entlastet die Umsetzung, ersetzt aber nicht die Verantwortung Ihres Unternehmens für Produktzusagen und technische Leitplanken. Fehlt diese Führungskapazität selbst, sollten Sie sie gesondert prüfen, etwa im Rahmen von CTO as a Service.

- Bedarf eingrenzen: Dokumentieren Sie Stack, Seniorität, Teamkultur, Ziele, Arbeitspakete und den spätesten sinnvollen Start; ein NDA ist auf Wunsch vor dem ersten Gespräch möglich.
- Profile prüfen: Nach dem Scoping-Call stellt Remoteplatz eine Shortlist innert 48–72 Stunden in Aussicht. Führen Sie mit dem Kundenteam technische Interviews und prüfen Sie die Eignung für die konkreten Aufgaben.
- Einsatz vorbereiten: Planen Sie Zugänge, Tools, Teamrituale, Reviews und eine erste abnehmbare Aufgabe. Der Einsatz beginnt bei Remoteplatz in der Regel nach 5–10 Arbeitstagen; stimmen Sie die tatsächliche Verfügbarkeit für Ihr Vorhaben ab.
- Neu entscheiden: Prüfen Sie regelmässig Fortschritt, offenen Umfang und Rekrutierungsstand. Legen Sie fest, ob der externe Einsatz weiterläuft, angepasst wird oder mit einer späteren internen Besetzung endet.
Halten Sie bereits beim Start fest, welche Dokumentation, offenen Entscheide und Zugänge bei einer Übergabe benötigt werden. So bleibt die Umsetzung auch dann steuerbar, wenn sich Teamzuschnitt oder Meilenstein ändern.
Häufige Fragen
Sollen wir die Rekrutierung stoppen, wenn wir externe Senior Engineers einsetzen?
Nein, sofern die Rollen dauerhaft gebraucht werden. Trennen Sie die befristete Absicherung des Meilensteins von der Entscheidung über Ihre langfristige Teamstruktur.
Wann ist ein dediziertes Squad sinnvoller als einzelne Engineers?
Wenn mehrere eng verbundene Arbeitspakete gemeinsam geplant und umgesetzt werden müssen. Prüfen Sie trotzdem, wer intern Prioritäten, Schnittstellen und Abnahmen verantwortet.
Was tun, wenn selbst mit zusätzlicher Kapazität der Termin nicht haltbar erscheint?
Ändern Sie den Umfang früh und ausdrücklich. Lassen Sie die zuständigen Verantwortlichen entscheiden, welche Bestandteile später geliefert werden, statt ein nicht belastbares Versprechen fortzuschreiben.
Fazit
Zwei offene Senior-Stellen verlangen keinen pauschalen Ersatzentscheid: Rekrutieren Sie für den dauerhaften Bedarf weiter, prüfen Sie externe Kapazität für klar abgegrenzte Arbeiten auf dem kritischen Pfad und verkleinern Sie den Umfang, wenn der Meilenstein sonst nicht verantwortbar ist. Wenn Sie den Einsatz von Senior Software Engineers oder eines dedizierten Squads prüfen möchten, buchen Sie ein technisches Briefing mit Ihrem Stack, dem Engpass und dem geplanten Meilenstein.
Besprechen Sie den kritischen Pfad, den benötigten Senior-Einsatz und die internen Verantwortlichkeiten. Technisches Briefing buchen