Alle Insights

Nach der Übernahme: Ein Interim-CTO-Mandat für die IT-Integration abgrenzen

Ein Führungsteam bespricht im Büro die Prioritäten und Zuständigkeiten für die IT-Integration nach einer Übernahme.

Nach einer Übernahme sollen zwei IT-Landschaften zusammenwachsen, während der Betrieb für Kund:innen weiterläuft. Die bestehende IT-Führung ist ausgelastet; zugleich erwarten Geschäftsleitung und Verwaltungsrat einen belastbaren Integrationsplan. Ein Interim CTO Schweiz kann diese Führungsaufgabe auf Zeit übernehmen – sofern sein Auftrag nicht mit «die IT integrieren» endet.

Entscheidend ist, welche Entscheidungen die Person treffen darf, was beim bisherigen IT-Team bleibt und woran eine geordnete Übergabe erkennbar ist. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das Mandat abgrenzen, Prioritäten setzen und die feste oder künftige IT-Führung einbinden.

Interim CTO Schweiz: Wann ist das Integrationsmandat sinnvoll?

Ein Interim-Mandat ist besonders prüfenswert, wenn nach der Transaktion eine technische Führungslücke entsteht, die bestehende Leitung Betrieb und Integration nicht zugleich führen kann oder mehrere Teams ohne gemeinsame Prioritäten arbeiten. Ähnlicher Handlungsdruck kann nach einem CTO-Abgang oder starkem Wachstum nach einer Finanzierung entstehen. Der Auftrag sollte jedoch konkret auf die Situation nach der Übernahme zugeschnitten sein: Eine allgemeine CTO-Rolle löst keinen ungeklärten Integrationsentscheid.

Fragen Sie zuerst, ob eine Person für eine befristete Phase tatsächlich Entscheidungen über Teamgrenzen hinweg vorbereiten und die Umsetzung führen muss. Ist vor allem eine regelmässige strategische Begleitung nötig, kann CTO as a Service im Fractional-Modell passender sein. Braucht es dagegen vorübergehend intensive Führung für Priorisierung, Delivery und Nachfolge, ist ein Interim CTO als CTO auf Zeit die naheliegendere Option. Eine frühere technische Prüfung ersetzt diese Führungsarbeit nicht; offene Architekturfragen aus der Übernahme können aber an eine strukturierte Prüfung der IT-Architektur anknüpfen.

Welche Zuständigkeiten gehören ins Mandat?

Halten Sie vor der Beauftragung ein schriftliches Mandatsblatt fest. Es sollte nicht nur Aufgaben nennen, sondern Entscheidungsrechte, Abhängigkeiten und Eskalationswege. Im Beispiel eines Schweizer KMU, das ein kleineres Unternehmen übernommen hat, verantwortet die bisherige IT-Führung weiterhin den laufenden Betrieb. Der Interim CTO führt die Integrationsplanung und stimmt Eingriffe in produktive Systeme mit ihr ab. Dies ist eine Annahme zur Veranschaulichung, kein Remoteplatz-Kundenfall.

Checkliste mit vier Festlegungen zu Auftrag, Entscheidungsrechten, Betrieb und Übergabe des Interim-CTO-Mandats.
Das Mandatsblatt trennt Integrationsauftrag, Freigaben, Betriebsverantwortung und Übergabe.
  • Auftrag: Benennen Sie die zu integrierenden Teams, Systeme und Prozesse sowie die Fragen, die zunächst nur geprüft werden. Eine vollständige technische Vereinheitlichung muss nicht das Mandatsziel sein.
  • Entscheidungsrechte: Legen Sie fest, was der Interim CTO selbst priorisieren darf und welche Entscheide Geschäftsleitung oder Verwaltungsrat freigeben – insbesondere bei Budget, Betriebsrisiken und Änderungen an geschäftskritischen Systemen.
  • Betrieb und Delivery: Bestimmen Sie gemeinsam mit der bestehenden IT-Führung, wer für Störungen, laufende Verpflichtungen und Integrationsarbeiten zuständig ist. Schützen Sie Kapazität für den Betrieb, statt dieselben Teams doppelt einzuplanen.
  • Bericht und Übergabe: Vereinbaren Sie, wem der Interim CTO Fortschritt, Risiken und offene Entscheide meldet und welche Unterlagen die feste Nachfolge übernehmen soll.

Die grösste Fehlbesetzung ist nicht zwingend eine fachlich schwache Person. Auch eine erfahrene Führungskraft kann scheitern, wenn ihr Integrationsverantwortung ohne Zugriff auf Entscheidungen übertragen wird oder sie die bestehende IT-Leitung faktisch verdrängt. Prüfen Sie deshalb im Auswahlgespräch, wie Kandidat:innen widersprüchliche Prioritäten moderieren, Risiken eskalieren und bestehende Verantwortliche einbeziehen würden.

Wie laufen Integration und Übergabe ab?

Ein tragfähiges Mandat beginnt mit einer Bestandsaufnahme von Architektur, Code-Qualität, Team, Prozessen und Risiken beider Unternehmen. Daraus entsteht mit der Geschäftsleitung ein Prioritätenplan mit Sofortmassnahmen: Was muss für den Betrieb stabil bleiben, welche Abhängigkeit blockiert die Integration und welche Entscheidung kann warten? Falls nach dem Zusammenschluss unerwartet eine Führungslücke entstanden ist, behandelt der Beitrag zum CTO-Abgang und den ersten 30 Tagen die unmittelbare Stabilisierung gesondert.

Vier Schritte des Integrationsmandats von der Bestandsaufnahme über Prioritäten und Umsetzung bis zur Übergabe.
Die Übergabe wird bereits bei der Priorisierung vorbereitet und nicht erst am Mandatsende.

Danach führt der Interim CTO die vereinbarten Arbeiten: Rollen werden geklärt, die Delivery stabilisiert und eine Roadmap mit nachvollziehbaren Kennzahlen gepflegt. Für die Geschäftsleitung sind dabei weniger möglichst viele zusammengelegte Systeme entscheidend als sichtbare Entscheidungen, kontrollierte Betriebsrisiken und eine realistische Reihenfolge. Halten Sie fest, welche Vorhaben abgeschlossen, bewusst verschoben oder an die Nachfolge übertragen werden.

Planen Sie die Übergabe von Beginn an als Arbeitspaket. Dazu gehören Entscheidungsprotokoll, Architektur- und Risikostand, Roadmap, Verantwortlichkeiten, offene Verpflichtungen und gemeinsame Termine mit der künftigen Leitung. Auf Wunsch definiert der Interim CTO das Rollenprofil, führt technische Interviews und arbeitet die neue Führungskraft ein. Ist noch keine feste Nachfolge bereit, kann statt einer abrupten Übergabe ein Wechsel ins Fractional-Modell geprüft werden; auch der umgekehrte Wechsel ist möglich.

Wie wählen Sie Umfang und Anbieter aus?

Bemessen Sie den Einsatz nach der Zahl voneinander abhängiger Entscheide, dem Zustand der übernommenen Systeme, den verfügbaren internen Führungskapazitäten und dem gewünschten Übergabezeitpunkt. Ein Interim-Mandat hat eine fest vereinbarte Laufzeit und kann in Vollzeit oder an drei bis vier Tagen pro Woche stattfinden. Remoteplatz arbeitet remote-first in MEZ; wichtige Workshops oder Verwaltungsratssitzungen werden individuell vereinbart. Klären Sie vorab, an welchen Entscheidungen persönliche oder gemeinsame Termine erforderlich sind.

Vergleichen Sie Angebote anhand desselben Mandatsblatts: Welche Bestandsaufnahme ist enthalten? Wer führt Integrations- und Betriebsteams? Welche Berichte erhält die Geschäftsleitung? Wie wird die Nachfolge eingearbeitet? Was geschieht, wenn sich nach der Bestandsaufnahme Prioritäten ändern? Die wesentlichen Kostenfaktoren sind Laufzeit, Einsatzumfang, Integrationskomplexität und benötigte Führungskapazität. Remoteplatz vereinbart für Interim-Mandate ein monatliches Management-Honorar; konkrete Konditionen folgen auf das Scoping. Zur Einordnung der Modelle helfen die Seiten zu Engagement-Modellen und Kosten und zu den Kostenfaktoren eines Interim CTO in der Schweiz.

Prüfen Sie im Gespräch auch das Betriebsrisiko einer Fehlbesetzung: Lassen Sie die Person erläutern, wie sie bei Zielkonflikten zwischen Integration und Verfügbarkeit vorgeht und welche Entscheidungen sie ausdrücklich nicht allein treffen würde. Remoteplatz arbeitet direkt B2B und nicht als Personalvermittlung. Vereinbaren Sie Vertragsumfang, Zugriffsrechte, Vertraulichkeit und die Übertragung von Arbeitsergebnissen vor dem Start. Angaben zu Datenschutz, Steuern oder sozialversicherungsrechtlicher Einordnung sollten Sie für Ihren konkreten Fall fachlich prüfen.

Hinweis: Die Beschreibung des B2B-Modells und der vertraglichen Zusammenarbeit ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Soll der Interim CTO die bestehende IT-Führung ersetzen?

Nicht automatisch. Wenn diese den Betrieb verantwortet, braucht das Mandat eine klare Schnittstelle: Integrationsprioritäten und bereichsübergreifende Führung auf Zeit, abgestimmte Eingriffe in produktive Systeme und festgelegte Eskalationswege.

Muss die gesamte IT bis zum Mandatsende integriert sein?

Nein. Vereinbaren Sie erreichbare Ergebnisse für die Laufzeit und dokumentieren Sie offene Vorhaben. Eine geordnete Übergabe mit Roadmap, Risiken und Entscheidungsstand ist wertvoller als ein nicht belastbares Abschlussversprechen.

Wann sollte die feste Nachfolge einbezogen werden?

So früh, wie es die Besetzung erlaubt. Schon bei der Mandatsplanung sollten Übergabeergebnisse feststehen; mit der neuen Führungskraft folgen gemeinsame Entscheide, Einarbeitung und die Übernahme offener Prioritäten.

Fazit

Schneiden Sie das Integrationsmandat entlang von Entscheidungsrechten, Betriebsverantwortung, Prioritäten und Übergabe zu – nicht allein entlang einer Stellenbezeichnung. Wenn Sie prüfen möchten, ob ein Interim CTO von Remoteplatz zu Ihrer Übernahmesituation passt, buchen Sie ein technisches Briefing und bringen Sie die offenen Integrationsentscheide sowie die Rollen der bestehenden IT-Führung mit.

Mohamed Hawass

Über den Autor

Mohamed Hawass

Gründer und Geschäftsführer, Remoteplatz GmbH

Mohamed Hawass hat die Remoteplatz GmbH 2019 in Berlin gegründet und führt sie als Geschäftsführer. Er arbeitet seit 2006 mit Remote-Teams und verbindet mit Remoteplatz Unternehmen in der Schweiz und in Europa mit geprüften Senior Engineers und technischer Führung auf Zeit.

LinkedIn-Profil

LOS GEHT’S

Lösen wir Ihre nächste technologische Herausforderung.

Sprechen Sie mit unserem Team und erhalten Sie eine massgeschneiderte Empfehlung – passend zu Ziel, Zeitplan und Budget.

Scoping-Call buchen
  • Unverbindlich
  • Auf Ihre Situation zugeschnitten
  • Direkt mit unserem Team